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Die Idee zu dieser improvisierten Küche entstand 1996, als Schülerinnen und Schüler bei Pflanzenbestimmungsübungen in der Klasse 5 zwischen giftigen und essbaren Pflanzen unterscheiden sollten und schließlich mehr darüber wissen wollten, welche Gewächse außerhalb des Gartens in der Küche Verwendung finden können, wie sie zubereitet werden und wie sie schmecken. Seit dieser Zeit gibt es den Treffpunkt ‚Wilde Küche’ : keinen festen Kurs , auch mal in einer Unterrichtsstunde, manchmal nachmittags. Was zu Anfang extrem improvisiert ablaufen musste, da keine Kücheneinrichtung vorhanden war, kann sich heute durchaus sehen lassen , denn im Biologieraum 1 gibt es nun eine kleine Küche. Hier kann mit Experimentierfreude gekocht werden. Geruchs- und Geschmackserlebnisse sind von lebenslanger Bedeutung für das, was wir als Speisen auswählen.
Die Küche ist naturbezogen. Wir kochen nach Jahreszeiten, verwenden nur natürliche Gewürze und keine Fertiggerichte. Die Pflanzen sind frisch und stammen aus dem Schulgarten, aus der freien Natur oder aus biologischem Anbau. Fleisch , Fisch und Eier kommen aus privat bekannter Quelle.
Die Küche ist experimentell. Es werden auch ungewöhnliche Lebensmittel in die Rezepte einbezogen, die früher einmal gebräuchlich waren und auch Schülervorschläge ausprobiert. Alles wird frisch zubereitet und muss von den Köchen probiert und bewertet werden.
Die Küche ist postmodern. Sie folgt den neuesten Erkenntnissen der Ernährungslehre ohne auffällig darauf hinzuweisen, sondern den Spaß am Essen in den Vordergrund zu stellen. Neben der Verwendung von viel unterschiedlichem Gemüse , zahlreichen Kräutern und Nüssen steht die sparsame Verwendung von Zucker und Sahne im Vordergrund. Hier gilt es Alternativen zu finden, die allen gefallen. Es gilt als gesichert, dass leicht zugänglicher Zucker in Verbindung mit viel tierischem Fett die Ursache für einen Reihe von Krankheiten sind , die bei immer mehr Menschen auftreten, vor allem bei denen, die sich wenig bewegen. Wenn kalorienreduzierte Ernährung Spaß macht und zur Selbstverständlichkeit wird, dann vermindert sich das Risiko an Stoffwechselstörungen zu erkranken, der Blutdruck bleibt im Normbereich und die Zellen altern langsamer. Dass dies bereits bei Kindern beachtenswert ist, zeigen viele Studien, deren Ergebnisse zu einfachen Empfehlungen führen, was Kinder essen sollten:
Wenn wir mit Kindern selber so kochen, schulen wir ihre Sinne und versetzen sie in die Lage auch zu Hause etwas auszuprobieren und sich damit häufiger gegen ein Fertigessen zu entscheiden. Hier lernen sie elementare Küchenphysik und Küchenchemie und übernehmen im Team Verantwortung für ihre Teilaufgabe. Am Ende steht vor dem Aufräumen der ersehnte Genuss, den man sich redlich verdient hat.