Wie sichern wir unseren Glauben, dass wir etwas wissen ?
Was wissen wir vom glauben und vom Glauben ?
Wieso erscheint uns Wissen sicher, Glaube eher ungewiss ?
Was ist verlässlich? Worauf kann ich mich verlassen?
Zumeist scheinen das keine brauchbaren Fragen für die Bewältigung des Alltags . Es sei denn, man erlebt sich in einer Lebenskrise, fühlt sich hintergangen, verraten, verlassen, ausgenutzt, eine tragende Beziehung steht in Frage, ein Job wird unsicher, die Wohnung wird gekündigt, eine Krankheit wirft einen längere Zeit nieder, ein lieber Mensch stirbt.
Worauf sich dann verlassen können, wenn wir verlassen werden, wenn wir den Halt bzw. die Sicherheit verlieren, die bislang das Leben im „grünen Bereich“ hielten?
Religionen scheinen Sicherheiten vermitteln zu wollen gerade im Blick auf die Kränkungen und Grenzen des Lebens. Woher aber nehmen sie die Sicherheit ihrer ermutigenden Aussagen, z.B. dass der Tod von uns Sterblichen nicht das Letzte sei, schon gar nicht das Allerletzte?
Religionen können auch verunsichern. Sie können das, was uns alltäglich gewiss scheint und als selbstverständlich gilt fragwürdig werden lassen.
Leben Religionen von menschlichen Krisen oder wecken krisenhafte Erfahrungen religiöse Sinn?
Werden religiöse Vorstellungen ersonnen, um Menschen über die Schrecken, Katastrophen und die Endgültigkeit seiner Existenz zu trösten?
Bevor wir näherhin prüfen, wie Menschen sich Gewissheit zu verschaffen suchen, soll ein Blick auf die Ungewissheiten menschlicher Existenz die Notwendigkeit der Ausgangsfragen schärfen. Damit dies gelingt muss wenigstens theoretisch eine zugespitzte, prinzipielle Fragehaltung eingenommen werden.
Wohin geht das Leben der Menschen auf dem Planet Erde? Der durch die Großmächte abgeschwächte zweite Klimabericht der UN markiert undiskutable Grenzen, verschärft den Blick auf eine kollektive Endlichkeit der irdischen Lebensvielfalt. Ein entfesselter Kapitalismus, der aggressives Wachstum einschließt, scheint Milliarden Menschen zugunsten einiger Wohlstandsinseln an der Überlebensgrenze eines Dahinvegetierens zu ketten. Weltweit operierende Waffenhändler und Drogenkartelle, vernetzt mit Terroristen bewirken eine Einschränkung von Freiheitsrechten in demokratischen Staaten.
In Stanley Kubricks Kultfilm „Odyssee 2000“ fliegt ein Raumkreuzer durchs All, von Maschinen ziellos angetrieben ins Irgendwohin. Ist das ein Bild der menschlichen Existenz? Ausgesetzt in den Weiten das Alls taumeln wir auf dem „Raumschiff Erde“ ohne Ziel, ohne Hoffnung entdeckt und gefunden zu werden.
Eine ältere Metapher als die des „Raumschiffes“ ist das Floß.
Menschliches Leben jenseits der Sicherungen des Sozial- und Rechtsstaates könnte einer riskanten Fahrt auf einem Floß gleichen, eine Existenz, den Weiten des Ozeans ausgesetzt und willkürlichen Kräften der Naturgewalten ausgeliefert.
--> Galileo Galilei
--> Rene Descartes
--> Blaise Pascal