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Verhexungen und Gewissen








Erläutere, wie magisch denkende Menschen sich dadurch entlasteten, dass sie Ursachen und Schuld für Böses bei Hexen suchten!

Die magisch denkenden Menschen entlasteten sich, da sie so einen Sündenbock hatten, den sie für alles Böse und Unerklärliche verantwortlich machen konnten. So erleichterten sie ihr Gewissen und fühlten sich unschuldig. Alles Unerklärliche oder Sonderbare, wie die Heilung eines Kranken, wurde auf Hexen geschoben, damit man sich als Opfer fühlen konnte und seine Schuldgefühle unterdrückte. Auch Tabuthemen, wie Sexualität wurden auf Hexen abgewälzt, um sie als Sünde und Vergehen zu sehen. Da Hexen ja sowieso einen schlechten Ruf hatten, konnte man dieses Thema noch mehr tabuisieren, da man mit keinen Dingen in Verbindung gebracht werden wollte, die auch Hexen taten. Außerdem projizierten sie so ihr Ängste auf Hexen. Dies machte sie (die Ängste) für die Menschen der damaligen Zeit erträglicher. Doch nicht nur die Leute der damaligen Zeit suchten sich Sündenböcke, auch heute noch projizieren Menschen ihre Ängste auf verschiedene Personengruppen. So geschah es z.B. im 2. Weltkrieg (während der Hitlerherrschaft). Zu dieser Zeit waren die Juden die Sündenböcke und wurden für alles Böse und Schlechte verantwortich gemacht.

Welche Erklärungen suchen Menschen heute für das Böse in der Welt?

Heutzutage sucht man nach wissenschaftlichen Erklärungen. Man erforscht Zusammenhänge und mögliche Ursachen. Dadurch erhält man ein genaues Bild des Bösen und lernt, es zu verstehen. Auch bei Verbrechen einzelner Personen, wie z.B. Mord oder Erpressung, sucht man nach Gründen, welche meist psychologisch bedingt sind. Selbst tabuisierte Themen werden eher angesprochenund somit vertrauter. Wichtig ist, dass wir meiner Meinung nach, durch die Aufklärung besser über das Böse Bescheid wissen und es verstehen können, was es verständlicher macht und was somit auch weniger Angst bereitet. Dies ist ein großer Unterschied zu den Menschen im Mittelalter, die auf Grund ihrer Unwissenheit Dinge erfanden und Fantasien hatten, die das Böse als noch grausamer erschienen ließen, als es eigentlich war.

Welche Ideen hast du zu den Motiven von Menschen,die sich heute als Hexen verstehen, die Walpurgisnacht, oder einen Hexensabbat feiern?

Die Motive von Menschen, die sich als Hexen verstehen, sind meist von psychologischer Art. So sind es oft Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend nach strengen Regeln lebten und immerzu nach dem Willen ihrer Eltern handeln und leben mussten. Durch dieses Erlebnis haben sie das starke Bedürfnis, anders zu sein als ihre Eltern und sich von ihnen abzusondern. Dadurch wollen sie eine eigene Persöhnlichkeit entwickeln und ihre eigenen Ideen und Interessen verwirklichen.
So gibt es auch heute viele Leute, die zu stark behütet wurden und sich deshalb eingeengt fühlten, was sie später dazu veranlasst, in eine Gruppe einzutreten, um sich abzukapseln. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Menschen, die in ihrem Elternhaus wenig Liebe und Aufmerksamkeit erfuhren und sich aufgrund dessen einer solchen Gruppe anschließen, um dort Zuneigung und Liebe zu erfahren. Auch Schicksalsschläge oder negative Veränderungen im Leben können Menschen dazu veranlassen, sich dort anzuschließen, da sie ihr Leben neu ordnen und andere Dinge ausprobieren wollen, um ihre Trauer und Verzweiflung zu bewältigen.
Natürlich gibt es auch Leute, die Hexensabbate feiern, da sie sich wirlich als Hexen fühlen und glauben, mit dem Teufel in Kontakt zu stehen. Dies sind allerdings nur wenige.

S.M.H., Schülerin Klasse 9a