Josef Ratzinger 1969, heute Papst Benedikt XVI.
Selbstgemachter und so schuldhafter Skandal ist es, wenn unter dem Vorwand die Unabänderlichkeit des Glaubens zu schützen, nur die eigene Gestrigkeit verteidigt wird . . . . Selbstgemachter und so schuldhafter Skandal ist es auch, wenn unter dem Vorwand, die Ganzheit der Wahrheit zu sichern, Schulmeinungen verewigt werden, die sich einer Zeit als selbstverständlich aufgedrängt haben, aber längst der Revision und der neuen Rückfrage auf die eigentliche Forderung des Ursprünglichen bedürfen.
Was können Sie Papst Benedikt XVI. aufgrund seiner Äußerung von 1969 heute fragen?
Wozu gibt es eine Kirche?
HA-Ergebnisse am 6.11.2006
Kirche bietet eine Plattform für:
eine Gemeinschaft unterschiedlicher Menschen; Kirche fördert Gemeinschaft Zuversicht und Perspektiven; Kirche versucht Menschen Halt geben den Gewinn von Kraft, damit Menschen ihre Probleme lösen sowie Krisen im Leben durchstehen können Kirche:
setzt sich für die (Auf-) Forderungen Jesu ein erhält bzw. bewahrt den christlichen Glauben bietet Hilfen zur Erweiterung des Gottesbildes (arrangiert einen Erfahrungsaustausch) sucht und findet neue Anhänger (Mission) vermittelt Ideale (Grundwerte) macht Gott „begreifbar“ vereinfacht (intensiviert), ritualisiert das Leben (Tageslauf; Jahreskreis)
Übung zur Selbsterfahrung Beziehen Sie sich auf unsere Sammlung erster Assoziationen zum Stichwort „Kirche“
Versuchen Sie die verschiedenen Eindrücke (Assoziationen) zur „Kirche“
1. als Ausdruck von Ent-Täuschungen zu betrachten! 2. als Ausdruck einer „geheimen“ Sehnsucht zu verstehen!
Schreiben Sie auf der Basis der nachfolgenden Fragen einen kleinen Text auf ein gesondertes Blatt. Sie können danach entscheiden, ob Sie den Text anonym im Rahmen der Lerngruppe als Gesprächsgrundlage bzw. als Anregung zum Nachdenken öffentlich machen wollen.
zu 1. a) Mit welchen Gefühlen ist die Enttäuschung verbunden (gewesen)? b) Welche Täuschung über Kirche wurde beendet?
zu 2. a) Welche Sehnsucht verbarg sich hinter der Täuschung über Kirche? b) Wohin richtet sich die Sehnsucht heute (Menschen, Situationen, Institutionen) c) Welche realistischen Erwartungen sind damit verbunden?
Übung zur Sachanalyse Benutzen Sie dazu aus Ihren Unterlagen folgende Texte:
1. Die Jerusalemer Urgemeinde (H.Halbfas) Einheit in Vielfalt 2. Symbol- und Erzähltext der frühen Christengemeinden (G.Theißen) Identität 3. Leib und Seele (H.Halbfas) Sexualangst zu 1. Erläutern Sie die Unterschiedlichkeit in der Jerusalemer Urgemeinde sodass deutlich wird, dass „katholisch“ von Anfang an auch als Einheit in Vielfalt zu verstehen ist!
zu 2. Wodurch gewinnt die junge Kirche eine eigene Identität?
zu 3. Erläutern Sie mit eigenen Worten die Entwicklung und Wirkungsgeschichte kirchlicher Sexualangst. In welcher Weise zeigen kirchliche Vertreter oder kirchliche Verlautbarungen diese Sexualangst heute?
hjs_05_11_06
Leistungsnachweise